Olympic Dam, Australien

Uranbergbau
Die Western Mining Corporation begann erste Bohrungen in Roxby Downs im Jahr 1975 und förderte ab 1988 Kupfer, Gold, Silber und Uran. 2005 wurde die Mine durch die internationale Bergbaufi rma BHP Billiton übernommen. Durch Lecks in den Abraumbecken wurden einem IAEA-Bericht zufolge bereits mehr als fünf Millionen Kubikmeter radioaktiven Mülls in die Umwelt freigesetzt. Foto: © Jessie Boylan

Die Uranmine in Olympic Dam stellt eine Gefahr für das Ökosystem in der Region und ein Gesundheitsrisiko für die Mitarbeiter und die umliegende Bevölkerung dar. Radioaktive Lecks der Abraumhalden und -becken kontaminieren die Umwelt. Besonders in Anbetracht der Pläne, die Mine in den kommenden Jahren auszubauen, ist es an der Zeit für umfassende Studien zu Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt.

Foto: Die Western Mining Corporation begann erste Bohrungen in Roxby Downs im Jahr 1975 und förderte ab 1988 Kupfer, Gold, Silber und Uran. 2005 wurde die Mine durch die internationale Bergbaufi rma BHP Billiton übernommen. Durch Lecks in den Abraumbecken wurden einem IAEA-Bericht zufolge bereits mehr als fünf Millionen Kubikmeter radioaktiven Mülls in die Umwelt freigesetzt. © Jessie Boylan

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Hintergrund

Die Uranmine Olympic Dam in der Nähe von Roxby Downs in Südaustralien ist nicht nur der größte Untertagebau des Kontinents, sondern auch die Mine mit den wohl weltweit größten Uranerzvorkommen. Die Western Mining Corporation begann erste Bohrungen in Roxby Downs im Jahr 1975 und förderte ab 1988 Kupfer, Gold, Silber und Uran. 2005 wurde die Mine durch die internationale Bergbaufirma BHP Billiton übernommen. Jedes Jahr werden in Olympic Dam etwa 4.500 Tonnen Uranoxid hergestellt und gleichzeitig jährlich mehr als zehn Millionen Tonnen radioaktiver Abraum verkippt – mehr als 2.000 Tonnen Atommüll für jede Tonne Uranoxid. Da die Förderung von Uranerz große Mengen an Wasser benötigt und zusätzliches Wasser zur Löschung des radioaktiven Abraumstaubs benötigt wird, müssen jeden Tag bis zu 15 Millionen Liter frisches Grundwasser aus Australiens wichtigstem Grundwasserleiter, dem Großen Artesischen Becken, zur Mine gepumpt werden. Momentan plant BHP Billiton, den Uranbergbau in Olympic Dam zum weltweit größten Tagebau zu erweitern. Die Uranproduktion würde dadurch auf etwa 8.000 Tonnen im Jahr steigen und Olympic Dam zur ertragreichsten Uranmine der Welt machen. Allerdings würde auch der Wasserverbrauch um das doppelte steigen – auf 42 Millionen Liter am Tag. Pro Jahr würden etwa 68 Millionen Tonnen radioaktiver Abraum entstehen.

Folgen für Umwelt und Gesundheit

Die Senkung der Grundwasserspiegel im Großen Artesischen Becken stellt eine ernste Gefahr für das empfindliche Ökosystem des australischen Outbacks dar, welches auf Quellen angewiesen ist, die sich aus dem Großen Artesischen Becken speisen. Sie versorgen nicht nur die einheimische Flora und Fauna, sondern auch die Stämme der Aborigines, wie z. B. die Arabunna oder Kokatha, die seit Hunderten von Jahren in dieser trockenen Region leben. Für die indigenen Völker Australiens haben die Quellen auch einen bedeutenden spirituellen Stellenwert. Das allmähliche Verschwinden der heiligen Quellen durch den sinkenden Grundwasserspiegel stellt für sie eine kulturelle Tragödie dar. Zusätzlich bereitet ihnen die zunehmende Menge an radioaktivem Abraum Sorgen, der ca. 80 % der ursprünglichen Radioaktivität des Uranerzes beibehält. Durch Lecks in den Abraumbecken wurden einem IAEA-Bericht zufolge bereits mehr als fünf Millionen Kubikmeter radioaktiven Mülls in die Umwelt freigesetzt. Weitere Lecks und Unfälle wurden möglicherweise nicht berichtet.

Im Zuge der Expansionspläne hat BHP Billiton angekündigt, dass in den nächsten zehn Jahren etwa acht Millionen Liter radioaktiv kontaminiertes Wasser pro Tag in den Boden versickern würden. Danach würde sich diese Menge auf etwa drei Millionen Liter pro Tag reduzieren. Außerdem hat die Firma auf mehrere Risiken hingewiesen, wie z. B. Brüche von Abraumbecken, Erosion von Staudämmen, strahlende Emissionen des Abraums sowie die Inhalation von radioaktivem Staub. Sie räumten außerdem ein, dass es die Möglichkeit einer radioaktiven Kontamination von Böden, Grundwasser und Umwelt gibt.

Ausblick

Während das südaustralische Parlament der Expansion der Mine bereits zugestimmt hat, wehren sich die Aborigines gegen eine weitere Beeinträchtigung ihrer traditionellen Wohngebiete und haben eine Klage eingereicht, um die sich anbahnende Umweltkatastrophe noch zu verhindern. Medizinische Experten wie Nobelpreisträger Prof. Peter Doherty, der ehemalige Dekan der medizinischen Fakultät in Adelaide, Prof. Bob Douglas und der Dekan der gesundheitswissenschaftlichen Fakultät der Flinders Universität, Prof. Michael Kidd, empfahlen, das Projekt auf Eis zu legen, bis die Folgen für die Gesundheit untersucht seien. Von BHP Billiton forderten sie, Mittel zur Verfügung zu stellen, um für die Konsequenzen des Bergbaus in den kommenden Jahrhunderten aufzukommen. Bis jetzt wurde noch keine unabhängige Studie publiziert, die sich mit der Gesundheit der lokalen Bevölkerung oder den Auswirkungen radioaktiver Kontamination auf die australische Umwelt befasst. Die Menschen in der Region, die unter den erhöhten Strahlenwerten zu leiden haben – auch sie sind Hibakusha. Auch ihre Gesundheit leidet unter dem Streben nach billigem Uran für die Atomindustrie.

Weiterführende Informationen

Der aufschlussreiche Dokumentarfilm „Uranium – is it a country?“ wurde 2009 in Olympic Dam gedreht: www.strahlendesklima.de/en/uranium

Quellen

-30.44157, 136.843929